Presse

Wirtschaft und Kunst im Dialog

Kieler Express, 13. Mai 2015, von Eva Maria Karpf

Vater-Kunstpreis geht in diesem Jahr an Iyad Dayoub

Kiel. Der mit 2500 Euro dotierte Vater-Kunstpreis wird seit 2011 alle zwei Jahre verliehen, bewerben können sich Künstler aus Norddeutschland. Der Unternehmer Klaus-Hinrich Vater hat den Preis nicht nur gestiftet, um Kunst zu fördern, sondern auch um Kunst und Wirtschaft miteinander ins Gespräch zu bringen. „Diesmal war die Vorauswahl sehr schwierig“, resümiert Vater die Jury-Arbeit. „Aber dann konnten wir uns relativ schnell für die Preisträger entscheiden.“ Von Anfang habe dabei Iyad Dayoub zu den Favoriten gehört. „Dayoubs Gemälde ist nicht nur von einer starken malerischen Qualität, sondern zeigt auch die existenzielle Bedrohung der Menschen“, sagt Arne Zerbst, Präsident der Muthesius-Kunsthochschule und Jury-Mitglied. Das Gemälde besteht aus vier Leinwänden, die paarweise übereinander angeordnet sind. Sie zeigen in expressiver Malweise Menschen am Wasser und im Boot mit verrenkten Gliedern und schreckverzerrten Gesichtern. Im Gemälde von Chika Aruga sind keine Menschen zu sehen, dennoch wirkt es nicht weniger existenziell.

„Ich habe dieses Bild gemalt, nachdem ich zu Hause in Hamburg über das Internet erfuhr, was der Tsunami in meinem Heimatland Japan anrichtete“, erzählt sie.

Durch Fetzen unbestimmter Gegenstände sieht man ein Stück blauen Himmel – oder ist es die Wasseroberfläche? „Was Aruga darstellt, wirkt wie eine Restesuppe der Moderne, ein zerfetztes Idyll“, kommentiert Zerbst. Die Jury verlieh der jungen Japanerin den mit 1500 Euro dotierten zweiten Preis.

Der dritte Preis in Höhe von 1000 Euro ging an Suting Zhang, die aus China stammt und in Kiel lebt. Ihr Gemälde zeigt eine junge Frau mit einem Bechertelefon in rätselhafter Waldszenerie, überzogen mit dem Muster einer Louis-Vuitton-Handtasche.

„Mit dem Bechertelefon hatten wir als Kinder viel mehr Spaß als mit den Handys heute“, meint Suting Zhang, die das Thema „Wellen“ im Sinn von „Schallwellen“ interpretiert hat. Jurymitglied Franziska Stubenrauch findet bemerkenswert, dass bei den rund 25 Einsendungen, zu denen auch Grafiken und Medienarbeiten gehörten, am Ende drei Gemälde das Rennen machten. „Die Einsendungen zeigen, dass Malerei heute ein Medium ist, mit dem man persönliche Erfahrungen ebenso wie politische Themen umsetzen kann.“

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