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Das ist keine Wolke im Nirwana

Von Ulrich Metschies, Kieler Nachrichten vom 07.05.2014
Neues Rechenzentrum in Kiel: Vater-Gruppe investiert 3,5 Millionen Euro - HaGe als Schlüsselkunde

Kiel Seit vier Jahren bereits ist die Vater-Gruppe (Kiel/Schwentinental) als Anbieter von Rechenzentrumsdienstleistungen unterwegs - bis vor Kurzem jedoch ausschließlich von Hamburg aus. Nun baut das wachstumsstarke IT-Unternehmen diesen Bereich aus und setzt dabei auf den Standort Kiel: Rund 3,5 Millionen Euro hat Vater in ein neues Rechenzentrum im Gewerbegebiet Wellsee investiert.

Wachsende Software-Anforderungen, stetig steigende Ansprüche an Datensicherheit und Flexibilität: Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, ihren gesamten IT-Bereich auszulagern. "Die Nachfrage wächst erheblich, und darauf sind wir bestens eingestellt", sagt Firmengründer Klaus-Hinrich Vater. Gestartet ist das neue Rechenzentrum am 1. April in den benachbarten Räumen der Deutschen Telekom, die seit mehreren Jahren bereits das Rechenzentrum Wellsee nicht mehr fürs eigene Geschäft nutzt, sondern die Kapazitäten als Dienstleister vermarkt. Bislang hat Vater hier eine Fläche von 50 qm angemietet, von denen aktuell etwa die Hälfte genutzt wird. Möglich ist eine Erweiterung auf 200 qm. Schlüsselkunde für das neue Produkt „Vater Business Cloud“ ist der HaGe-Konzern mit seiner Muttergesellschaft Hauptgenossenschaft Nord AG in Kiel. Bereits 2011 hatte die Vater-Gruppe in Hamburg die gesamte EDV des führenden Landhandelsunternehmens (1800 Mitarbeiter, 2,8 Milliarden Euro Umsatz) übernommen. „Doch schon damals war klar, dass die Betreuung langfristig von Kiel aus erfolgen sollte“, sagt HaGe-Vorstand Ulrik Schlenz. Der IT-Umzug ist bereits in vollem Gange, bis Mitte des Jahres – rechtzeitig zum Erntebeginn – sollen alle für das operative Geschäft erforderlichen Systeme und Anwendungen in Kiel laufen. Derzeit stehen im neuen Rechenzentrum sechs 19-Zoll-Schränke, deren Rechner- und Speicherkapazität im Rahmen einer Cloud-Lösung den Betrieb von bis zu 700 Applikationen und Systemen erlaubt. Dabei reicht das Spektrum von Arbeitsplatzanwendungen wie Mail oder Textverarbeitung bis zu komplexen Software-Systemen für Produktionssteuerung oder Rechnungswesen. Knapp die Hälfte der Auslastung ist die durch die HaGe gesichert. Doch Frank Schröder, bei Vater verantwortlich für das Rechenzentrumsgeschäft, ist zuversichtlich, dass schon bald weitere Kunden dazukommen: „Erste Anfragen gibt es bereits.“ Als entscheidenden Vorteil im Wettbewerb sieht er, dass Vater alle Leistungen aus einer Hand bietet: von der Hardware über die Systemwartung bis zur Hilfe bei technischen Problemen. Bis Ende 2014 sollen rund 1500 Arbeitsplätze der HaGe an das Rechenzentrum angeschlossen sein. In einigen Jahren, so Klaus-Hinrich Vater, könnten von Wellsee aus Unternehmen mit bis zu 10 000 Arbeitsplätzen betreut werden. Einer der größten Vorteile der Cloud-Technik ist die hohe Flexibilität: Unternehmen, die schnell wachsen, müssen nicht physische Rechnerkapazitäten aufstocken, sondern können bei Bedarf IT-Leistung hinzubuchen. "Bei einem so sensiblen Thema. wollen die Kunden aber genau wissen, wo ihre Daten landen", sagt Vater -und stellt klar: "Unsere Business Cloud ist keine Wolke im Nirwana, sondern ein modernes Rechenzentrum mit mehrfach abgesicherten Systemen, von der Stromversorgung über die Kühlung bis zu den Datenleitungen." Für die aus zehn Firmen mit rund 330 Mitarbeitern bestehende Vater-Gruppe war 2013 ein weiteres Rekordjahr: Das 1997 gegründete IT-Unternehmen konnte seinen Umsatz von rund 38,5 auf knapp Über 40 Millionen Euro steigern.

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