ELEKTROTECHNIK-REFERENZ - Rechenzentrumstechnologie

Referenz - Für die Zukunft gebaut

Für die Zukunft gebaut!

Das Rechenzentrum ist das Herzstück eines Unternehmens, dennoch meistens unsichtbar und unbeachtet. Bis es ausfällt. Dann wird der Betrieb empfindlich gestört und hohe Kosten produziert. Darum hat das traditionsreiche Hamburger Bauunternehmen AUG. PRIEN Bauunternehmung (GmbH & Co. KG) die „Baustelle" Rechenzentrum nicht selbst in Angriff genommen: In der Vater Gruppe fand AUG. PRIEN einen Partner, der beim Neubau eines hochmodernen Rechenzentrums mit geballter Kompetenz zur Seite stand.

Mit Baustellen kennt sich das 1873 gegründete Familienunternehmen AUG. PRIEN Bauunternehmung (GmbH & Co. KG) mit Hauptsitz in Hamburg-Harburg und fünf Niederlassungen zwischen Sylt und Frankfurt bestens aus. Ob Schlüsselfertiges Bauen, Hochbau, Wohnungsbau, Ingenieur- und Brückenbau, Hafen- und Wasserbau, Tiefbau und Umwelttechnik, Konstruktiver Stahlbau sowie Tauchen und Bergen oder in der Projektentwicklung: In der Baubranche deckt AUG.PRIEN mit rund 670 Mitarbeitern nahezu jeden Geschäftsbereich ab. „Unser Hauptgeschäft läuft auf der Baustelle", betont IT-Teamleiter Marcus Thiel. Einige Baustellen seien sogar größer als manche Niederlassung. „Anders als andere Unternehmen haben wir keine festen Standorte, sondern Bauprojekte, die je nach Größe zwischen sechs Monate und fünf Jahre dauern." Pro Monat kommen laut Thiel zwischen fünf und zehn neue Baustellen hinzu.

Eine beeindruckend hohe Zahl – vor allem, wenn man bedenkt, dass alle Baustellen zentral über den Hauptsitz verwaltet und über das Rechenzentrum angebunden werden. Baustellen brauchen eine stabile, ausfallsichere IT, denn jeder Ausfalltag beeinträchtigt den Bauablauf. Allein 50 Baustellen des Unternehmens seien über ein MPLS Netzwerk fest an die IT angeschlossen, sagt Thiel. Weitere 40 steuern ihren Betrieb über klassische Mobilfunkverbindungen. „Wo wir bauen, ist ja erst einmal nichts." Und doch ist die IT zu einem elementaren Bestandteil der Bauabwicklung und -organisation geworden, ganz konkret zum Beispiel für die digitale Datenerfassung der Betontagebücher, in denen die genaue Zusammensetzung und Verwendung des Betons festgehalten wird. „Das ist nicht einfach nur eine graue Masse", betont Marcus Thiel und verweist auf das hauseigene Betonlabor. Der Firmensitz befindet sich im Harburger Binnenhafen am Dampfschiffsweg 3-9, zwischen Holzhafen, Lotsekanal und Verkehrshafen. Die Luft des alten Rechenzentrums wurde Marcus Thiel und seinem achtköpfigen Team dennoch zu heiß. Und zwar buchstäblich. Denn als Thiel vor drei Jahren als Teamleitung IT bei AUG. PRIEN anfing, war die Klimaanlage schon längst nicht mehr in der Lage, die wachsenden Mengen an Serverleistung auf einer idealen Betriebstemperatur von 20 Grad zu halten. Die Folgen waren zu hohe Temperaturen und Ausfälle. „Im Sommer mussten wir zusätzliche Klimatisierung bereitstellen, um die Temperatur halbwegs stabil zu halten. Der Energieverbrauch war entsprechend hoch und hätte jedem Umweltbeauftragten zusätzlich den Schweiß auf die Stirn getrieben. Die USV-Anlage, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung garantieren sollte, war nur einphasig, was bei einem dreiphasigen Netz zu starken Belastungen und Schwankungen führen konnte. „Wenn hier der Strom ausgefallen wäre, wäre auch unsere gesamte IT ausgefallen", beschreibt Thiel das potenzielle Horrorszenario eines jeden IT-Verantwortlichen. Auch die Überwachungsmöglichkeiten ließen zu wünschen übrig. Mit anderen Worten: Es wurde höchste Zeit für ein neues Rechenzentrum und einen Masterplan IT, der das mittelständische Traditionsunternehmen für die digitale Zukunft rüstet.

Nach zwei Jahren Planungszeit war es Ostern 2016 endlich soweit. Mit Hilfe der Vater NetCom GmbH und der Vater IT Energy GmbH wurde die Wunschliste des Unternehmens systematisch abgearbeitet und umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem eine redundante Klimatisierung, eine dreiphasige USV-Anlage, Brandfrüherkennung, Fernüberwachung von Strom und Klimaanlage, Alarm bei Unregelmäßigkeiten wie Einbruch, Leckage oder Rauchgasentwicklung sowie ein professionelles Verkabelungskonzept mit Kupfer und LWL. „Eine runde Sache", freut sich Marcus Thiel über die so erzielte Betriebssicherheit und Hochverfügbarkeit der Unternehmensdaten. „Das haben wir alles umgesetzt." Auch energetisch: Eine deutliche Stromeinsparung von 50 Prozent spricht für sich.

Doch vor der Freude kam die Arbeit: Zwischen Gründonnerstag und Ostermontag lagen vier harte Tage, die die Projektbeteiligten zeitweilig an ihre Grenzen führte. „Die Herausforderung bestand darin, rechtzeitig fertig zu werden", sagt Ulrich Weber, Projektleiter der Vater IT Energy GmbH. „Strom ist immer ein kritisches Thema." Vor allem die Spleißarbeiten für das zentrale Glasfasernetzwerk seien sehr zeitintensiv gewesen. Bis zu 15 Fachkräfte waren gleichzeitig im Einsatz, damit das Unternehmen AUG. PRIEN am Dienstag nach Ostern wieder startklar sein konnte. Im Büro und auf der Baustelle. Dafür musste der Raum des alten Rechenzentrums zunächst komplett leer geräumt werden. Dann tickte die Uhr. „Der Adrenalinpegel war extrem hoch" erinnert sich Marcus Thiel, der fast rund um die Uhr im Einsatz war. „6:30 Uhr war unsere Deadline, bis dahin mussten wir alles wieder zum Laufen bringen." Der Kraftakt hat sich gelohnt: Trotz der aufwändigen Modernisierung gab es am „Tag danach" keine einzige Störungsmeldung. „Unsere früheren Risiken sind beseitigt, ein tolles Gefühl", sagt Thiel.

Die gesamte Elektroplanung wurde von Ulrich Weber ausgeführt und lag damit inklusive Montage und Inbetriebnahme in den Händen von der Vater IT Energy GmbH, die künftig auch die Wartung übernimmt. Für den Austausch der aktiven Netzwerk-Komponenten wie der Core Switch Komponenten zeichnete sich die Vater NetCom GmbH verantwortlich. „Für die Benutzer gibt es jetzt mehr Kapazität und flexible Anbindungsmöglichkeiten", erklärt Martin Hay von der Vater NetCom. „Wir haben inzwischen sehr stabile IT-Prozesse", freut sich auch Marcus Thiel. Die Zufriedenheit der Anwender sei gestiegen. „Die Neuerungen sind gut bei unseren Usern angekommen." Das gilt auch für die Stadt Hamburg, die die Energieeinsparungsmaßnahmen und die damit verbundene Reduzierung des CO2-Ausstoßes gefördert hat. Mit seinem neuen, hochmodernen Rechenzentrum sieht sich AUG. PRIEN für die Zukunft bestens aufgestellt.
Eine Baustelle weniger ist in diesem Fall eine gute Nachricht.

Steckbrief

Technischer Steckbrief Elektromontage

  • Dreiphasige USV-Anlage mit 20KVA Leistung in Parallelarchitektur
  • Redundanz / Last
  • Elektroverteilung mit automatischer Umschaltung zwischen EVU Netz und Ersatznetz (Notstromgenerator)
  • Differenzstromüberwachung der Endstromkreise im Rechenzentrum ohne Abschaltung im Fehlerfall
  • Rauchgas Ansaugsystem zur Brandfrüherkennung
  • LED Beleuchtung des neuen Rechenzentrums
  • Redundante Klimatisierung mit Rittal LCP und Kaltgangeinhausung (direkte Schrankkühlung)
  • Datenschränke mit Rittal Stromschienensystem PSM inkl. Überwachung über die CMC III
  • Rittal CMC III zur Überwachung des Rechenzentrums auf Zutritt, Temperatur, Leckage und Energieverbrauch
  • Hochwertiges Reichle & De-Massari Leitungsführungssystem Raceway für die LWL Infrastruktur
  • Schrank – Schrank Verbindungen in Kupfer und Glasfaser von Reichle & De-Massari

Aktive Technik zu Aug. Prien

  • Viermal HP 5900AF-48 Port-4QSFP+ Switche
  • Diese Switches werden in Campus-Core-/Distributionsebenen verwendet, bei denen eine 40-GbE-Verbindung mit höherer Leistung für 10-GbE-Verbindungen erforderlich ist. Virtualisierte Anwendungen und Server-to-Server-Datenverkehr erfordern Switche, die den Anforderungen in puncto Serververbindungen, Konvergenz, Unterstützung für virtualisierte Umgebungen und kurzer Latenzzeit nachkommen.
  • Der HP 5900AF-48XG-4QSFP+ Switch besitzt 48 1G/10G SFP+- und 4 QSFP+-Ports, zwei Hot-Plug-Netzteile und Lüfter Einschübe sowie äußerst niedrige Latenz. Er eignet sich hervorragend für den Einsatz in der Serverzugriffsschicht in Rechenzentren von Großunternehmen.

Anschlüsse

  • (48) feste 1000/10000-SFP+-Anschlüsse
  • (4) QSFP+-Anschlüsse mit 40 GbE
  • Durchsatz bis zu 952 Mpps
  • Routing-/Switching-Kapazität 1280 Gbps

Kontakt

Martin Hay
(040) 299935-30
mhay@vater-gruppe.de

Ulrich Weber
(0431) 79966-0
uweber@vater-gruppe.de

NETZWERK- UND ELEKTROTECHNIK

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