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Cloud Computing – eine Chance für den Mittelstand

Man stellt sich kein Kraftwerk in den Garten, wenn man sich nur einen Kaffee kochen will. Das liegt auf der Hand. Es genügt, den Stecker der Kaffeemaschine in die Steckdose zu stecken, das Gerät bei Bedarf anzuschalten und schließlich einmal im Monat seine Stromrechnung zu begleichen. Wird auch die Waschmaschine betrieben und der Trockner genutzt, dann fällt die Rechnung höher aus. Wenn nicht muss weniger an den Stormversorger überwiesen werden. Was für den privaten Haushalt so selbstverständlich erscheint, ist in vielen Unternehmen unbekannt: Die Abrechnung von IT-Leistungen allein auf Grundlage der tatsächlichen Nutzung. Nach wie vor halten Betriebe die Ressourcen an Hard- und Software vor, die sie benötigen, um Spitzenlasten im Geschäftsablauf zu bewältigen. Das kostet mehr Geld als eigentlich nötig. Hier schafft „Cloud Computing“ Abhilfe.

Aber was verbirgt sich hinter diesem ominösen Begriff? Was genau versteht man unter Cloud Computing? Ganz einfach: „Lege dein Business ins Netz!“ So lasse sich „die“ Cloud am einfachsten definieren, erklärt Dr. Martin Reti von T-Systems Enterprise*). Mit Hilfe der Cloud lassen sich Kosten sparen und Ressourcen flexibel und effizient nutzen – stets orientiert am tatsächlichen Bedarf, von „Gerade nicht benötigt“ bis „Maximalnachfrage“. Eigentlich keine neue Idee, so Prof. Dr. Jakob Rehof, Direktor vom Fraunhofer Institut für Software und Systemtechnik (ISST). Weshalb wird sie aber jetzt im Bereich der IT verwirklicht? Die Antwort lautet: Weil mit dem Internet mittlerweile ein leistungsfähiges und schnelles Transportnetz für Daten zur Verfügung steht – ganz so wie für den Strom die Stromnetze. Zudem lassen sich mittlerweile Rechner beliebig zusammenschließen und so Kapazitäten erzeugen, wie früher nur in großen Rechenzentren. Und so liegen nun die Voraussetzungen vor, damit Unternehmen sich in der „Cloud“ genau die Rechenkapazitäten und Anwendungen zusammenstellen und nachfragen können, die sie zu einem beliebigen Zeitpunkt wirklich benötigen. Gezahlt wird, was verbraucht wird. Hohe Investitionen in Hard- und Software entfallen. Aufwändige Installationen und Wartungsarbeiten erfolgen in der Cloud, dem Nutzer bleiben Zeit und Mühe erspart. Die Cloud selbst wird beispielsweise von namhaften Anbietern wie Microsoft oder Amazon und Salesforce bereitgestellt.

Es lohnt sich also durchaus und gerade auch für mittelständische Betriebe auf das Cloud Computing zu setzen, wie Johannes Tiemeyer von der Vater Unternehmensgruppe berichtet. So könnten sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und müssten sich nicht unnötig mit IT-Fragen auseinandersetzen. Die Vater-Unternehmensgruppe bietet daher neuerdings Beratung und Service rund ums Cloud Computing. Welche Potenziale das Cloud Computing tatsächlich bieten, ist für jedes Unternehmen verschieden. Während in einem Fall die Cloud lediglich als zusätzliches und ausfallsicheres Backup für eigene Datenbanken genutzt werden soll, kann es sich in einem anderen Fall anbieten, den größten Teil der IT-Geschäftsprozesse über die Cloud abzuwickeln.

Fazit: Cloud Computing eröffnet dem Mittelstand neue Chancen, die Unternehmens-IT effizienter, flexibler und kostengünstiger zu organisieren. Dabei macht es Sinn durchdacht vorzugehen und im Vorwege die Möglichkeiten und den tatsächlichen Bedarf auszuloten.

*) Die Zitate stammen von der Tagung „Cloud Computing: Zukunftstrend oder Praxisthema?“, die am 14. September 2010 im Wissenschaftszentrum in Kiel stattfand.