Vollversammlung wählt Klaus-Hinrich Vater an die Spitze der IHK Kiel
Kiel - Generationswechsel an der der Spitze der Industrie- und Handelskammer zu Kiel (IHK): Der 44-jährige IT-Unternehmer Klaus-Hinrich Vater (Schwentinental) löst Hans Heinrich Driftmann (61), den Chef des Haferflockenherstellers Peter Kölln in Elmshorn, als Präsidenten der Kammer ab. Driftmann ist seit dem Frühjahr Präsident des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), er hatte daher bereits vor Monaten seinen Rückzug von der Spitze angekündigt. Gestern wechselte er daher in Kiel ins Amt des Vizepräsidenten.
Die 63 Mitglieder der IHK-Vollversammlung wählten den neuen Präsidenten einstimmig ins Amt. Klaus-Hinrich Vater ist bereits seit Jahren ehrenamtlich in der Kammerorganisation tätig, er war bei den Wirtschaftsjunioren aktiv und zuletzt Vizepräsident. „Gesellschaftliches Engagement ist für das Funktionieren unseres Gemeinwesens unverzichtbar“, sagte er zur Begründung für seine Kandidatur. Als Ziele seiner Arbeit nannte Vater unter anderem, die Projekte fortzuführen, die sein Vorgänger auf den Weg gebracht habe.
Hans Heinrich Driftmann stand seit 2004 an der Spitze der IHK. Er war Gründungspräsident der IHK Schleswig-Holstein und hatte wesentlichen Anteil an dem Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den drei Kammern im Lande. Die angestrebte Fusion der Kieler mit den Schwesterorganisationen in Lübeck und Flensburg umzusetzen, blieb Driftmann versagt. Doch sein Nachfolger will nicht lockerlassen - „auch wenn wir mit diesem Ziel noch sehr alleine dastehen“. Wie Driftmann auch sieht Vater einen großen Teil seiner Arbeit auf dem Feld der Politikberatung. Das werde angesichts der leeren Kassen der öffentlichen Hand „eine große Aufgabe“. Als eine zentrale Aufgabe der Politik sieht Vater den Abbau der Bürokratie.
Die Vollversammlung wählte gestern nicht nur, sie fasste auch Beschlüsse, beispielsweise zum Projekt einer Stadt- und Regionalbahn in Kiel. „Wir lehnen sie ab“, berichtete Vater. Angesichts der hohen Investitionskosten von 356 Millionen Euro und jährlichen Zusatzkosten von acht Millionen Euro, die auf den öffentlichen Nahverkehr zukämen, sei das Projekt wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Kieler Nachrichten vom 08.09.2009 - Jörn Genoux
